Frustfrei lernen

Mit dem Schuleintritt beginnt für Eltern und Kinder erneut ein weiterer wichtiger Abschnitt in der Entwicklung des Kindes. Die ersten Schultage verlaufen zumeist auch noch voller Erwartung und mit großer Motivation. Leider ist es jedoch nicht allzu selten, dass bereits nach einigen Wochen die ersten Misserfolge erlebt werden und sich bei manchen Kindern sehr zeitig eine Frustration bemerkbar macht, die oft in engem Zusammenhang mit der Schule steht. Aber auch später kann der Schulfrust eintreten.

Woher kommt Schulfrust?

Frust entsteht grundsätzlich durch Unzufriedenheit und mangelnde Erfolge. Jegliche Motivation kann dadurch sehr schnell abhandenkommen, wenn nicht gegengesteuert wird. Durch zusätzlichen Druck durch das häusliche Umfeld erhöht sich dieser Frust maßgeblich. Auch Lehrer, die es nur unzureichend verstehen, ihren Schülern Erfolge bewusst zu machen, sie zu ermuntern und liebevoll mit ihnen umzugehen, leisten einen nicht unerheblichen Beitrag dazu. Mobbing unter Kindern nimmt ebenfalls zu, sodass dies auch eine Ursache für Schulfrust sein kann. Aber auch nur unzureichend erlernte Arbeitsstrukturen oder Planlosigkeit können als Ursache von Bedeutung sein.

Was können Eltern dagegen tun?

Zuerst sollten Eltern Interesse für die schulischen Belange ihrer Kinder zeigen. Hierbei ist nicht nur wichtig, zu erfahren, welche Inhalte besprochen wurden, sondern auch, was in der Pause alles geschehen ist oder welche besondere Freude das Kind an diesem Tag hatte. Nach den positiven Aussagen kann man auch nach vermeintlich negativen Aspekten fragen, zum Beispiel, ob das Kind etwas nicht ganz verstanden hat, ob es Hilfe bei den Hausaufgaben benötigt oder ob es einen Streit gab.

Bei älteren Kindern sollte man grundsätzlich Ruhe bewahren, auch bei schlechten Noten. Hierbei hilft es spürbar, sich in diesen Momenten an die eigene Schulzeit und die eigenen Noten, auch an Misserfolge, zu erinnern und gemeinsam nach Ursachen und vor allem Lösungen zu suchen. Vorwürfe, Beschimpfungen und Erniedrigungen leisten hingegen einen weiteren Beitrag zum Schulfrust.
Das Urvertrauen zwischen Eltern und Kind ist der geheime Schlüssel, Schulfrust zu vermeiden beziehungsweise aufzufangen. Eltern sollten sich mit den Fähigkeiten ihrer Kinder insoweit anfreunden, dass sie erkennen, worin tatsächlich die Stärken des Kindes liegen. Diese sollten gezielt gefördert werden. Auch Schwächen muss man erkennen und zulassen und zielführend daran arbeiten.

Der perfekte Mensch, der alles kann und alles weiß, ist noch nie geboren worden. Und nicht jeder Mensch muss studieren, um zufrieden und glücklich zu sein.

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